Komm, wir machen das jetzt einfach. Hier mal rauskommen, Tapetenwechsel, Seeluft schnuppern… Ich bin so dankbar, dass Richard mich dazu überredet hat. Ich steckte letzte Woche nämlich in einem tiefen Loch, Heimweh nagte an mir und ich war so unmotiviert, weitere Anstrengungen zu unternehmen, hier Anschluss zu finden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir das Wochenende wohl auch hier verbracht, aber meine Jungs haben mich überzeugt – zum Glück! Wie konnte ich nur annehmen, ich käme unverändert zurück?

Knapp 4 Stunden Autofahrt sind es bis zum Strand. Eine Pause, Nieselregen und die Entscheidung, nicht die Autobahn, sondern die Farm Road zu nehmen, verlängerten unsere Anreise um knapp 2 Stunden. Puh! Die Jungs schliefen also bereits, als wir Freitag Abend Port Aransas bei Corpus Christi erreichten. Salzige Luft und ein großes sauberes Hotelzimmer hoben meine Laune sogleich etwas an.

Beim Frühstück am nächsten Morgen war ich noch skeptisch, doch kurz darauf verzog sich der dichte Nebel und machte der Sonne Platz. Und er nahm Sorgen und schlechte Laune gleich mit. Die bonbonfarbenen Häuser von Port Aransas sind so hübsch anzusehen, sogar Geschäfte und Restaurants sind zu einem großen Teil in solchen Häusern untergebracht. Die Kids staunten über riesige Haie und Kraken, die auf Dächern und vor Eingängen von Geschäften wachen. Jeder suchte sich im Candy Shop etwas aus und wir starteten mit unsere bunten Tüte in Richtung Strand.

Und was für ein Strand! Mit dem Auto befahrbar, Toilettenhäuschen und Mülleimer stehen zur Verfügung und hinter den Holzpfählen, die den Strand von der Straße trennen, ist soviel Platz! (Ich erwähnte es ja bereits: Everything’s bigger in Texas!) Um diese Jahreszeit ist hier nicht soviel los, und so hatten wir jede Menge Platz, zum Rennen, Buddeln, Planschen… Die Jungs freuten sich, denn wir hatten unser gesamtes Sandspielzeug einfach ins Auto geladen. Wir taten nichts anderes als mit den Kindern im Sand zu spielen und Sonne, Sand und salzige Luft zu genießen. Das Wasser war etwas frisch, die Füße haben wir alle hineingehalten, aber es verlangte uns nicht danach, baden zu gehen, zumal die See doch ganz schön wild war. Aber das holten wir dann später im beheizten Hotelpool nach. Ach, was für ein wunderschöner Tag!

Der nächste Morgen war kalt. 4 Grad. Brrrr. Und da wir ursprünglich nur bis Samstag Abend bleiben wollten, hatte ich keine langen Sachen dabei und fror in meinen kurzen Shorts. Nach einem letzten Blick auf das Meer ging es wieder zurück nach Austin und im Auto funktioniert ja die (Sitz)Heizung. In San Antonio, wo wir eigentlich nur etwas essen wollten, starteten wir dann aber mit einer kurzen Shoppingtour, damit ich nicht mehr frieren musste. Eigentlich hätten wir uns hier gerne noch ein bisschen länger aufgehalten, aber das haben wir auf wärmere Tage verschoben.

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