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Es ist schon eine Weile her, dass ich mit den Kindern einen Ausflug in den Zoo unternommen habe. Ich bin kein Freund von eingesperrten Tieren, aber die Kinder schauen sich so gerne Tiere an, ich bemühe mich, viel mit ihnen unterwegs zu sein und so nahmen wir den Zoo mit ins Programm. Den Kindern hat es auch ganz gut gefallen, ich dagegen hätte auf diese Erfahrung gerne verzichtet. Doch fangen wir mal vorne an.

Wir hatten die Wahl zwischen dem Austin Zoo und dem Capital of Texas Zoo. Beide sind in etwa gleich weit von uns entfernt, wobei der Verkehr innerhalb Austins nachmittags grausam ist und so fiel meine Wahl auf den außerhalb Austins gelegenen Capital of Texas Zoo. Der Name trügt, soviel gleich vorneweg. Und das beginnt schon mit der Anfahrt. Man fährt etwa eine halbe Stunde von uns aus und ich wählte den landschaftlich schöneren Weg (also den durch die Pampa). Aber auch der Weg auf den größeren Straßen hätte mich letztlich in die Pampa geführt, denn dort liegt nunmal der Zoo. Mitten im Nirgendwo. Der Schotterweg zum Eingang ist für jedes Auto eine echte Herausforderung, ein einziger Schlingerkurs um die unzähligen Schlaglöcher herum. Und angekommen hatte ich Sorge, ob der Zoo überhaupt geöffnet wäre. Der Parkplatz war leer (wir waren tatsächlich die einzigen Besucher) und die Hütte, durch die man offensichtlich in den Zoo kam, wirkte auch ziemlich verschlossen. Aber die Tür ließ sich öffnen. nun standen wir im Eingangsbereich, aber niemand war zu sehen oder zu hören, außer einem Krokodil (oder Alligator) im Glaskasten direkt zu unseren Füßen. Auf dem Tisch lag ein Zettel, der mich aufforderte, einen Smiley per SMS an eine Telefonnummer zu schicken, dann würde jemand kommen. Gelesen, getan, und nach ein paar Minuten erschien tatsächlich jemand, bei dem wir bezahlen konnten. Die Zeit bis dahin sahen wir uns noch etwas um und entdeckten diverse Schlangen in Behältnissen, an der Wand aufeinander gestellt, dunkel und dreckig war es auch, kurzum: Wir waren froh, als wir da wieder raus waren.

Aus der Hütte führte eine ziemlich ramponierte Rampe auf einfache Schotterwege/Trampelpfade. Auf diesen wanderten wir dann von Käfig zu Käfig und ich war enttäuscht über den Zustand des Zoos. Absperrzäune waren z.T. kaputt, Bänke und Tische im Picknickbereich ebenfalls, einige Bereiche waren absolute Baustellen ohne dass irgendwo ein Hinweis darauf wäre, was dort entsteht oder ob und wo die Tiere, die hier eigentlich untergebracht sind, solange zu finden sind. Auf der Toilette war das Waschbecken mit einem Stück Holz abgestützt, manche Bereiche mit Tieren waren nicht zugänglich, alles in allem sah es einfach verlottert aus.

Bei dem Zustand überlegte ich ernsthaft, ob ich mit meinen Kindern wirklich zum Löwen gehen möchte. Irgendwie beschlich mich Panik, wir könnten einem freilaufenden Tier zum Opfer fallen und niemand würde es bemerken. Aber dann siegte die Vernunft, ich sagte mir, das gerade in den USA niemals ein Zoo existieren könnte, in dem tatsächlich die Sicherheit der Besucher fahrlässig gefährdet wäre, und wir wagten es. Aber vor allem hier war ich entsetzt, wie wenig Platz der König der Tiere zur Verfügung hat und wie langweilig und öde sein Käfig gestaltet ist. Bei all den großen Tieren blieb dieser Eindruck, sie haben einfach viel zu wenig Platz und ihre Gehege sind lieblos gestaltet. In einem Land wie Texas, das so viel Platz hat, ist es meiner Meinung nach eine Frechheit, den Tieren eben diesen Platz zu verweigern.

Mein Fazit fällt dem entsprechend negativ aus: Das Geld für den Zoo hätten wir uns besser gespart. Immerhin $18 haben wir bezahlt, die wären anders besser angelegt gewesen. Meine Ablehnung habe ich den Kindern gegenüber zwar durchaus geäußert, aber natürlich nicht so deutlich, ich wollte ihnen die Freude an den Tieren nicht verderben. Besonders gefallen haben ihnen die Lemuren, Joshua liebt aber auch die Pinguine von Madagsakar und ihren Lemurenfreund Kind Julien. Weiterhin freuten wir uns an solch kleinen Dingen wie den süßen Küken, die um ihre Hühnermama herumwuselten oder den Prairiehunden, die frei herumliefen und denen Joshua sich bis auf wenige Zentimeter nähern konnte. Also, Joshua fand es toll, verstand aber auch, dass ich es nicht so schön finde, wenn Tiere in so kleine Käfige gesperrt werden.

Heute, als ich nochmal auf die Internetseite des Zoos ging, um nach Infos zu suchen, fiel mir auf, dass sie direkt auf der Startseite ihre schlechten Bewertungen ansprechen, die sie auf einschlägigen Bewertungsseiten im Internet offenbar bekommen. Die Konkurrenz und Tierschutzaktivisten werden für die schlechten Bewertungen verantwortlich gemacht und Besucher werden gebeten, ihrem Zoo eine Chance zu geben, dann würde man ihn ebenso lieben, wie das ihre vielen Mitglieder tun (hier wird man zum Mitglied, um eine Jahreskarte zu erhalten). Ich halte auch viel davon, mir meinen eigenen Eindruck zu verschaffen, hier fällt er allerdings wirklich schlecht aus.

We’ve been to the Capital of Texas Zoo a few weeks ago. I’m not a friend of animals in cages but the kids love to watch animals and we are always in need of entertainment and so we went there. The kids liked it but I have to say I could have done without this experience.

We had the choice between Austin Zoo and the Capital of Texas Zoo. I decided this way because the traffic is so bad in Austin. But maybe it would have been the better choice. We were in the middle of nowhere and the ‘street’ to get there was so bad, we would have been faster by walking, I guess. The parking lot was empty and actually we were the only visitors, but they were open. The entrance was a little scary as no one was there (we had to text someone to let us pay the admission) but reptiles, it was dark and dirty and we were happy to get out of there.

But I was so disappointed of the condition of the Zoo. Benches and fences were broken, there were construction areas without any clue, where to find the animals that live there usually and we couldn’t get to some areas… I was frightened to go to the African Lion with my kids, maybe we would end up as a lion treat with nobody recognizing? But we made it there and I was shocked. All the big animals have so tiny cages. How is this possible in Texas where there is so much space? That’s not right!

But nevertheless we had a nice trip. I didn’t show the kids my dissaproval, I told them I don’t like these big animals in small cages and Joshua understood, but we enjoyed the little chicken, the lemurs, the prairie dogs to name some of them. But to sum up what I think about this trip, I have to say I would have better stayed home and saved the money for something else.

Today I recognized that they tell you on their website about bad reviews they get on the internet. They blame them to their competitors and animal rights extremists. They invite you to have a look yourself and they are sure you will love it. Sorry, that didn’t work for me.

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