Der März! Er ist der Monat des Frühlingsanfangs, neues Leben bricht sich Bahn, die Sommerzeit beginnt, Sonnenstrahlen erwärmen Haut und Gemüt. Ja, der März hat Schönes im Gepäck gehabt. Aber er hat mir auch viel abverlangt. Ich habe den Spruch: “Die Route wird neu berechnet – Familie auf Umwegen” aus meiner Instagram Bio gelöscht, weil diese unsere Suche endlich ein Ende haben soll, und doch passt er zu keinem Monat besser als zu diesem. Denn wir sind leider noch nicht angekommen, wissen aber auch nicht, wo und wie es weitergehen soll. Und so war der März vor allem eins: viel! Viel Action, viel Einsamkeit, viel Planung, viele Zweifel, viele Tränen und viel Unklarheit. Und noch viel zuviel Winter.

Hin und her bei Stella Verde

Anfang und Ende März waren die Stella Verde Familien hier und es war gut was los. Jeden Tag waren Aktionen geplant, es wurde gemeinsam gegessen, gewandert und gespielt. Für unsere Jungs war besonders toll, dass ein Junge, den sie im Herbst kennen gelernt hatten, für ein paar Tage zu Besuch war. Und am Ende des Monats fand ein neues Treffen statt, an dem wir zwei weitere Familien kennen lernen durften. Doch die Gespräche, die ich führte, verstärkten das Gefühl, dass dies nicht der Ort ist, an dem wir zuhause sein wollen. Denn derzeit wären wir die Einzigen, die hier wirklich dauerhaft leben, alle anderen pendeln regelmäßig. Im März hatten wir gerade mal an 13 Tagen Gesellschaft der anderen Familien, im Februar waren es nur 10 Tage. Das ist nicht mal die Hälfte der Zeit. In den Sommermonaten mag es durchaus sein, dass sich der Aufenthalt hier verlängert, aber insgesamt ist uns das einfach zu wenig. Also haben wir uns gefreut, wenn wir Gesellschaft hatten und haben uns gerne mit den anderen getroffen, aber für uns die Entscheidung getroffen: Ende März ist Schluss hier. Vielleicht kommen wir in den Sommermonaten auch einmal vorbeigependelt, aber dauerhaft ist es nicht das Richtige.

Spaß im Trampolinpark
Die Boote wurden in Teams selbst gebaut und dann aufs Wasser geschickt.
Spielen und Angeln am See, das geht auch bei Wolken und Nieselregen.
Aussicht beim Wandern.

Routenberechnung

Dass wir nicht bleiben wollen, dass Stella Verde und auch der Lago Maggiore nicht unsere Homebase werden, war dann also klar, aber die Frage der Fragen blieb: Where to next? Und diese Frage hat uns richtig viel beschäftigt im März. Jetzt, am Ende des Monats, habe ich noch keinen Plan, wie es weitergeht, aber: Mir raucht der Kopf. Mir. Raucht. Der. Kopf. Nee, wirklich. MIR. RAUCHT. DER. KOPF. So viel durchdacht, geplant, verworfen hab ich noch nie. 31 Tage emotionaler Tsunami haben mich einmal um die Welt gespült, zumindest in der Planung. Ich saß so viel vor dem Computer wie nie, um auf diversen Unterkunfts-, Flug-, Zug- und Vernetzungsplattformen nach möglichen Weiterreiserouten zu suchen. Außerdem führten Richard und ich unendlich viele Gespräche dazu, befragten die Jungs nach ihren Wünschen und Ideen und ich schickte auf langen Spaziergängen Gebete in den Himmel.

Die wichtigste Frage bei der Planung war: Versuchen wir weiter, unsere Homebase finden oder machen wir eine Pause davon und reisen? Welche Orte kommen denn für eine Homebase in Frage? Schließen wir uns einer Gemeinschaft an oder schaffen wir unsere eigene? Und falls nicht, reisen wir auf eigene Faust oder besuchen wir Worldschooling Hubs? Und immer wieder gefielen uns Ideen so gut, dass ich sie teilweise schon in meinen Kalender schrieb, also fest einplante, um sie dann doch wieder zu verwerfen, teilweise aus finanziellen oder zeitlichen Gründen. Unsere Jungs wurden aber, bei aller Begeisterung für ferne Länder, zum Ende des Monats doch recht klar in dem Wunsch, dass sie eine Homebase brauchen, um weitere Reisen genießen zu können.

Also, erstmal alles auf Anfang; Nach Deutschland fahren, Sachen einlagern und dann entscheiden, wohin als nächstes.

Wenn die Tränen fließen ...
... hilft der Blick aufs und die Ruhe am Wasser.

Tagesausflug Milano

Unsere Reiseplanung bekam einen gehörigen Dämpfer durch die Erkenntnis, dass Richards Pass bald abläuft. Einiges kam dadurch schon gar nicht mehr in Frage. Außerdem blieb zu klären, wo er seinen neuen Pass beantragen würde. Denn als US-Amerikaner muss er seinen Pass mit dem Antrag abgeben und hat dann einige Wochen keinen. Also entweder in Italien warten (auch über den 31.3. hinaus), bis der neue Pass hier ist oder schon Mitte März nach Deutschland abreisen, um dort den Pass zu beantragen. Warum die Eile fragst du dich? Weil wir gerne im Mai reisen wollten und nicht klar war, mit wie viele Wochen Bearbeitungszeit wir rechnen müssten.

Wir haben uns dann für Italien entschieden und die Passabgabe mit einem Tagesausflug nach Mailand verbunden. Ein bisschen Großstadtluft schnuppern. Wobei diese nicht besonders lecker ist. Wir fanden es ganz schön stinkig, Stadtluft eben, sind wir nicht mehr gewohnt und daran wollen wir uns auch gar nicht mehr gewöhnen. Später erfuhr ich, dass Mailand die in Europa am stärksten mit Feinstaub belastete Luft hat.

Etwas Sightseeing haben wir uns dennoch gegönnt. Von der amerikanischen Botschaft war es nicht weit bis zum Ferrari Flagship Store, dem Dom, und zum Castello Sforzesco. Dort allerdings war dann die Luft raus, irgendwie hatten wir keine richtige Lust, weiter durch die Stadt zu schlendern. Den Park hinter dem Schloss hätte ich schon gerne noch gesehen, aber vielleicht schaffen wir das, wenn wir den neuen Pass abholen.

Mailänder Einkaufspassage
Shoppen mit Ambiente
Da hängt doch tatsächlich ...
... ein Formel 1 Wagen im Treppenhaus.
Der Mailänder Dom
Das Castello Sforzesco

Wir haben Besuch

Am letzten Wochenende im März bekamen wir dann noch recht spontan Familienbesuch. Richards Bruder war für ein Wochenende hier. Freitag regnete es noch in Strömen, aber Samstag kam dann die Sonne raus wie bestellt. Wie schön, jemandem zeigen zu können, was wir hier schon kennen und mögen. Wir sind über den Markt geschlendert, hatten Zeit für gemütliches Frühstück, Eis und Cappucino in der Sonne, wir haben Jeff das Geocachen gezeigt, unsere Wasserquelle und den Aussichtsort in Premeno besucht und abends am See auf uns angestoßen.

Wir zeigen Jeff die Ausicht ...
... und geocachen in Mergozzo.
"Jeff, mach mal ein Foto von mir!"
Unterwegs in Verbania.

Mein Lied des Monats

Im März war mir wenig nach Musik. “Ans Meer” von Silbermond steht immer noch weit oben, öfter habe ich nur “Erwecke und belebe uns” (Hartmut Handt 1987) gehört, aber auch das nur an wenigen Tagen. Es ist ein Chorlied, also, ich habe es früher im Chor gesungen und hatte es beim Lesen eines Buches spontan im Kopf. Es ist der gesungene Wunsch danach, von Gottes Geist erfüllt zu sein, der Mut, Gewissheit und Freiheit schenkt. Und dann gab es noch das “Gebet Ende Februar” von Martin Buchholz. “Lieber Gott, lass Frühling werden, schenk uns einen warmen Wind. Amselstimmen woll’n wir lauschen, lieber Gott lass Blätter rauschen, schau, wie durchgefror’n wir sind.” Das hat mich auch durch den März begleitet, denn der Winter kann sich jetzt echt endlich mal verziehen.

Abendstimmung am See.

Ausblick auf April

  • Alles auf Anfang: Wir fahren mit Sack und Pack nach Deutschland und lagern alles ein.
  • Wir legen uns endlich fest: Was die Route für die nächsten Monate betrifft.
  • Let’s Party: Wir feiern Joshuas 12. Geburtstag!

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